Die Weiterbildung ist das zweite Standbein des Arbeitsbereiches Internationale Kooperationen. Hierbei steht die adressatengerechte Weiterbildung und die Umsetzung handlungsorientierten Lernens maßgeblich im Mittelpunkt.
Zur Frage der Umsetzung handlungsorientierten Lernens in der beruflichen Bildung ist seit 1987 sehr umfassend gearbeitet worden (vgl. etwa HURZ 2000). Handlungsorientiertes Lernen bezieht sich zunächst auf lernpsychologisch begründete Vorstellungen zur Entwicklung von Strategien des Problemlösens und auf den Zusammenhang zwischen Lern- und Bezugshandlungen (ebd., S. 226 ff. bzw. S. 231 ff.). Bezüglich der Umsetzung dieser Unterrichtskonzepte existieren entwickelte Vorstellungen einer handlungsorientierten Methodik (vgl. JENEWEIN 2000) mit ausdifferenzierten Methodenkonzeptionen (PAHL 2007) und eine breit angelegte fachdidaktische Diskussion (vgl. die Beiträge zu den Fachtagungen Elektrotechnik-Informatik, Metalltechnik sowie Bau/Holz/Farbe im Rahmen der Hochschultage Berufliche Bildung).
An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat dies insbesondere Konsequenzen für die fachdidaktische Forschung nach sich gezogen. Neben der Einrichtung fachdidaktischer Laboratorien, in denen handlungsorientierte Lernformen etwa durch Aufbau und Durchführung fachdidaktischer Experimente vorbereitet und erprobt werden können, bildet die Entwicklung und Erprobung experimenteller Lehr-Lern-Arrangements einen bedeutsamen Kernbereich des am Standort verfolgten Lehrerausbildungskonzeption.
Insbesondere im Berufsfeld Bau- und Holztechnik wurde, zunächst mit der Entwicklung einer handlungstheoretisch begründeten und umfassend ausgelegten Konzeption experimentierenden Lernens, ein Beitrag zur inhaltlichen Ausgestaltung einer handlungsorientierten Fachdidaktik in der Lehrerausbildung vorgelegt (s. den in der Reihe "Berufsbildung, Arbeit und Innovation" erschienenen Studientext - Bünning 2006).
Diese Forschungsarbeiten bilden zum großen Teil die Basis für die Weiterbildungen, die durch die in der Forschung erbrachten Kenntnisse stetig weiterentwickelt werden.
Der Arbeitsbereich Internationale Kooperationen hat sich im Bereich der Weiterbildung folgende Ziele gesetzt:
Das erste Ziel (A) strebt den Aufbau eines Weiterbildungsangebotes im Bereich Methodik/Didaktik in den technischen Fachrichtungen an. Hier sollen die Erkenntnisse der Forschungsarbeiten des Lehrstuhls Fachdidaktik technischer Fachrichtungen insbesondere zum prozeduralen Lernen in praktische Weiterbildungskurse und damit in neue Lehr- und Lernmethoden bzw. Lehr- und Lernarrangements umgesetzt werden.
Das zweite Ziel (B) ist die stetige Qualitätssteigerung innerhalb der Berufsbildung insbesondere in zwei Bereichen - zum einen bei der Vermittlung von Wissen in beruflichen Fachrichtungen durch neue Methoden und damit steigendes Know-how und zum anderen bei der Kompetenzentwicklung zum selbständigen Wissenserwerb. Eine Qualitätssteigerung lässt sich hierbei in den Bereichen Weiterbildungsverhalten, Kommunikation und in der Bearbeitung von Entscheidungs- und Arbeitsprozessen untersuchen.
Ein drittes Ziel (C) ist die Erweiterung des Angebotes für den internationalen Raum. Hier soll vor allem die Multiplikatorenausbildung von Lehrkräften aller Bereiche vorangetrieben werden. Es soll vorrangig mit Entwicklungs- und Schwellenländern kooperiert werden, um einen Beitrag zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu leisten und die Qualität der beruflichen Bildung in diesen Ländern zu verbessern. Durch das Weiterbildungsangebot wird sichergestellt, dass die Multiplikatoren vor Ort die Bildung nachhaltig und langfristig vorantreiben.
Im internationalen Bereich arbeitet der Arbeitsbereich Internationale Kooperationen derzeit in mehreren Weiterbildungsmaßnahmen für die Fortbildung von Lehrern, Wissenschaftlern und Schulleitern in den Bereichen Methodik und Didaktik, Logistik, CNC, Metalltechnik und Bautechnik.
In Kürze entsteht hier ein Weiterbildungsportal für die Weiterbildungen des Arbeitsbereiches Internationale Kooperationen.